Natamycin – ein neues Phänomen bewegt die Weinwirtschaft Südafrikas. Weinwirtschaft verschärft Weinkontrolle

Baden-Baden / Stellenbosch. Seit wenigen Wochen bewegt „Natamy­cin“ die Gemüter der internationalen Weinwirtschaft, bedau­erlicherweise mit der Gefahr einer weitreichenden Imageschädigung für das Weinland Südafrika. Die offiziellen Organisationen Exportvereinigung „Wines of Sout Africa (WOSA)derzeit und das „Departure for Agriculture“ (Landwirtschaftsministerium) bestätigen die Verschärfung der Exportkontrollen, um die Einhaltung der Standards der europäischen Märkte im Bezug auf Natamycin zu gewährleisten.

Internationale Food-Experten bestätigen die Unbe­denklichkeit von Natamycin für die menschliche Gesundheit. Das südafrikanische Landwirtschafts­ministerium (National Departure of Agriculture), zuständig für die Exportkontrolle, hat Südafrikas Wein­wirtschaft über das Verbot von Natamycin in der EU bereits in der Vergangenheit umfangreich infor­miert und die Rückstandskontrollen verschärft.
Südafrikas Weinwirtschaft und das südafrikanische Ministerium für Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft haben die Zertifizierung und die Überwachung der für den Export bestimmten Weine verstärkt. Für alle für den Export bestimmten Weine in irgendein Bestimmungsland der Welt, müssen ein Ex­portzertifikat sowie ein VI1-Dokument des National Department of Agricul­ture (Abteilung Spirituosen, Aufsicht/Direktion für Lebensmittelsicherheit und Qualitätssicherung des Ministeriums für Land-, Forst- und Fischereiwirt­schaft) eingeholt werden. Es werden in Südafrika diesel­ben Verfahren angewendet, die auch Deutschland zum Nachweis von Nata­mycin eingesetzt werden. Südafrikas Winzer, Weinhändler, und Behörden haben die Rückstandskontrollen für Natamycin sowie die Risikoprüfungen entlang des ge­samten Erzeugungsprozesses  verschärft. Mit Hochdruck sucht man nach der Ursache für die Natamycin Befunde, die bislang in drei Weinen in geringsten Mengen nachgewiesen werden konnten. Eine bewusste Verwendung von Natamycin bezweifeln die Institutionen, bestätigt durch die Winzer. Als Ursache evaluieren die Wissenschaftler, Reinigungsmittel, Barriques oder importierte Traubenmostkonzentrate, die erlaubterweise zur Süßung von Weinen eingesetzt wird.  
 
 
In Südafrika gestattet das Spirituosengesetz aus dem Jahr 1989, Gesetz Nr. 60, die Verwendung von Natamycin (Synonym: Pimarizin) für den ein­heimischen Markt. Der südafrikanischen Weinwirtschaft ist bekannt, dass die Anwendung von Natamycin nicht erlaubt ist für Weine, die für den Export nach Europa sowie in einige andere Länder der WWTG (World Wine Trade Group / Weltweinhandelsgruppe) wie Amerika, Neu­seeland, Australien, Argentinien etc. bestimmt sind.

Bei Natamycin handelt es sich um eine natürliche antimykotisch wirksame Substanz, die von dem Bakterium Streptomyces natalensis produziert wird und vor dem Wachstum von Hefen und Schimmel schützt. Natamycin ist für die Oberflächenbehandlung von Hartkäse, Schnittkäse, Biokäse und getrockneten Würsten zugelassen. Da Natamycin jedoch auch in der Human­medizin bei der Behandlung von Pilzkrankheiten zugelassen ist, wird eine eingeschränkte Zulassung ausgesprochen, um eine mögliche Resistenz­bildung zu vermeiden (vgl. Bundesinstitut für Risikoforschung).
 
Das mit Sicherheitsfragen bei Lebensmittelzusätzen beauftragte Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) analysiert seit 1966 die Wirkung von Natamycin auf die menschliche Gesundheit und bestätigt die Unbedenklichkeit bei der Einhaltung eines ADI – Wertes (conditional Accep­table Daily Intake (ADI)) von 0 – 0,3 mg/Körpergewicht. Das bedeutet, eine 60 kg schwere Person könnte ohne gesundheitsschädi­gendes Risiko täg­lich 18 mg aufnehmen. Selbst wenn ein Kind ca. 500 kg Gouda Käse inklu­sive Rinde essen würde, hätte dies keine Auswirkungen auf seine Gesund­heit (vgl.www.dsm—dairy.com). Der wissenschaftliche Lebensmittelaus­schuss der EU (SCF) hat sich, unter dem Aspekt der restriktiven Anwen­dung antibiotischer Wirkstoffe, gegen eine allgemeine Verwendung in oder auf Lebensmittel ausgesprochen. 
 
10.12. 2009 / pm

Statement WOSA Natamycin dt.

Statement WOSA Natamycin en.


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Südafrika Weininformation, Petra Mayer, (Dipl. Oenologin & Market Manager):
T.: 07221 3 96 32 30, M.: pm@pm-kommunikation.de
Wines of South Africa, Su Birch (CEO), su@wosa.co.za
,
National Department of Agriculture, Wendy Jonker, (Assistant Director) WendyJ@nda.agric.za

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