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Ithemba - 15 Years of Democracy / 350 years of winemakiing

14 Jahre nach Ende des Apartheidregimes zählt die Weinwirtschaft am Kap immer mehr sog. BEE (Black Economic Empowerment) Betriebe. Das BEE-Programm, ein staatliches Förderprogramm zur ökonomischen und sozialen Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung Südafrikas, das auf dem 2003 erlassenen „Broad-Based Black Economic Empowerment Act“ basiert, verändert zusehends die wirtschaftliche Landschaft der Weinbaugebiete. 

Der Gleichstellungsprozess in Südafrikas traditionsreicher Weinwirtschaft begann bereits Ende der 90er Jahre mit der Gründung des „South African Wine Industry Trust“ (SAWIT), der sich massiv der Förderung schwarzer Südafrikaner in der Weinerzeugung widmete. 2002 entstand die „South African Wine & Brandy Company“ (SAWB), eine Organisation bestehend aus Weinfarmern, Weinkellereien, dem Handel sowie Arbeitervertretern, die den Empowerment-Prozess in der Weinwirtschaft weiter vorantrieb.

Im selben Jahr wurde forciert von der Exportgemeinschaft „Wines of South Africa“ (WOSA) und dem englischen Weinhandel die „Wine Industry Ethical Trade Association“ (WIETA) gegründet, eine Organisation, die sich maßgeblich für die Verbesserung der sozialen Strukturen und Arbeitsbedingungen in Südafrikas Weinbetrieben einsetzt.

In den Folgejahren riefen die Weinerzeuger und andere Akteure des südafrikanischen Weinsektors zahlreiche BEE-Maßnahmen ins Leben: „Farm Worker Equity Share Schemes“ (FWES), die schwarzen Arbeitern die Beteiligung an ihrem Weingut bzw. -keller ermöglichen, fanden in den Betrieben großen Anklang, in zahlreichen Unternehmen der Branche wurden Gewinnbeteiligungspläne erstellt und die Partizipation im Management wurde massiv gefördert. Daneben gehörten Sozialprogramme für schwarze Arbeiter, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für farbige Arbeitnehmer sowie die Bevorzugung von BEE-Betrieben als Lieferanten zu den verbreitetsten Formen des Empowerment

An konkreten Beispielen der Veränderungen in Südafrikas Weinwirtschaft mangelt es heute nicht. In den Weinbaugebieten der Region finden sich immer mehr innovative Empowerment-Projekte. „Die Zahl der professionellen Winzer, die aus früher benachteiligten Gesellschaftsgruppen stammen, wächst an“, bestätigt Su Birch, Geschäftsführerin des Exportverbandes WOSA. „Wir haben bereits einige farbige Winzer und Händler, die sehr erfolgreich sind. Sie vertreiben circa 20 eigene Marken, die zu etwa zwei Dritteln in bereits bestehenden Weinkellerein hergestellt werden“, so Birch weiter.