Sortenvielfalt
Der Weinanbau in Südafrika hat seit Einführung der Demokratie einen tief greifenden Wandel erfahren. Bis 1990 wurde weitgehend an den alten und traditionellen Methoden festgehalten. Ab 1990 setzten sich die südafrikanischen Weinerzeuger mehr und mehr mit neuen Weinbereitungsverfahren, Forschung, modernem Weinanbau und neuen Weinen auseinander.
Der vornehmliche Wunsch nach Trinkbarkeit und Fruchtigkeit moderner Konsumenten ist die treibende Kraft hinter den spürbarsten Veränderungen. Klasse statt Masse – unter dieser Maxime haben die Weinbauern ihre Arbeitsweise überdacht und Anpassungen in der Bepflanzung und dem Anbau vorgenommen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise in den stilistischen Unterschieden eines südafrikanischen Chardonnay aus den 80er-Jahren und denen nach 2000. Weniger Holz, intensivere Fruchtigkeit und mehr Terroir sind merklich erkennbar.
Nach dem Wandel im südafrikanischen Weinbau liegt heute der Anteil an Neupflanzungen bei über 40 %. Dabei wurde ein wichtiger Schritt von der Massenproduktion hin zu veredelten Reben für hochwertige Weine vollzogen. Während zuvor Weißweine dominierten, handelt es sich bei den Neuanpflanzungen überwiegend um rote Rebsorten – von denen 70 % nicht älter als zehn Jahre sind.
• Mit einem Anteil von 12,5 % ist der Cabernet Sauvignon unter den roten Rebsorten am häufigsten anzutreffen, gefolgt von Shiraz (9,8 %) und Merlot (6,5 %). (Quelle:
www.sawis.co.za)
• Bei den weißen Reben liegt der Chenin Blanc mit einem Anteil von 18,6 % vor. Colombar(d) mit 11,7 %, Chardonnay und Sauvignon Blanc folgen mit jeweils 9 % und 8,2 %. (Quelle:
www.sawis.co.za)
• Pinotage, gedeiht fast ausschließlich in Südafrika und erreicht unter den roten Reben einen Anteil von 6 %. (Quelle:
www.sawis.co.za)
Pinotage verbindet Stolz und Enttäuschung gleichermaßen. Stolz, weil Südafrika diese Traube hervorgebracht hat, und Enttäuschung, weil es auf lokaler und internationaler Ebene einen erheblichen Mangel an Wissen und Verständnis für die Rebkreuzung aus Pinot Noir und Hermitage (oder Cinsaut) im Jahr 1925 gibt. Dabei darf nicht vergessen werden: In kommerziell relevanten Mengen gibt es die Traube erst seit den 50er-Jahren – und erst seit den 80er-Jahren wird der Anbau mit ernsthaftem Interesse betrieben. Der Entwicklungsprozess hält somit weiter an und über das Potenzial dieser Rebsorte gilt es noch viel zu lernen. Dank intensiver Forschung im Anbau und Herstellungsprozess gibt es Jahr für Jahr neue Erkenntnisse, die zügig in die weinbauliche Praxis umgesetzt werden.




